Sonntag 23. April 2017

Inhalt:

Das Böse durch das Gute überwinden

Bei einem Kongress spricht Chiara Lubich

zu Muslimen nach den Attentaten von 9/11.

 

Frage an Chiara Lubich: Welche Hoffnung gibt es, dass in unserem „globalen Dorf” Liebe und Frieden über den Krieg siegen werden?

 

Chiara Lubich: […] In unserer Welt, diesem globalen Dorf, trat nach dem 11. September diese große Gefahr auf. Es ist kein Krieg wie die anderen (…), die Auswirkungen von Hass, Unzufriedenheit, Rivalitäten usw. sind.

 

Dieses Phänomen hingegen, der Terrorismus, ist – und das sagen namhafte Persönlichkeiten wie der Papst – eine Auswirkung des Bösen, der Kräfte des Bösen. Und gegen sie genügen menschliche Kräfte nicht, weder diplomatische noch politische und noch weniger militärische. Da braucht es die Kräfte des Guten, religiöse Kräfte – unsere, eure also -, die Kraft derer, die Gott lieben.

 

Was sollen wir folglich tun? Beten! Wir müssen uns verschwören – wir alle, die sich für die weltweite Geschwisterlichkeit einsetzen – und vereint beten, dass der Terrorismus wirklich überwunden wird. Und wir können es tun, denn Jesus sagt ja, wo zwei oder drei in seinem Namen, in seiner Liebe vereint sind, werden sie erhalten, was immer sie erbitten. Und wir sind ja viel mehr als zwei oder drei. Das also wollen wir festhalten und von hier abreisen mit dem Gedanken, dass wir uns alle zusammentun - mit Chiara, den Fokolarinnen und Fokolaren – und beten. Das ist das Erste.

 

Aber das genügt noch nicht. Wir wissen, Hauptursache des Terrorismus ist die Unzufriedenheit mit einer Welt, die zur Hälfte arm und zur Hälfte reich ist. Es bräuchte – und das ist ja richtig – ein wenig mehr Gütergemeinschaft, mehr Offenheit, mehr Verständnis, mehr Solidarität. Doch ihr wisst – ich sage das immer -, die Güter haben keine Beine, sie bewegen sich nicht von selbst. Wir müssen die Herzen verändern.

 

Nur wenn wir die alle umfassende Geschwisterlichkeit umsetzen, werden wir es schaffen, uns und die anderen davon zu überzeugen, dass man auch die Güter zusammenlegen muss. Wir wollen an der Basis beginnen, und nach und nach kommen diese Ideen dann auch bei den Staatsoberhäuptern an. Wir müssen fest überzeugt sein: Mit Gott wird auch Unmögliches möglich und mit Gott werden wir – wenn wir unter uns mit der alle umfassenden Geschwisterlichkeit beginnen - auch dieses großartige Ziel erreichen: aus der ganzen Menschheit wirklich eine einzige Familie zu machen, in der die Güter richtig verteilt sind. In einer Familie gehört allen alles. Die Güter gehören dem Vater, aber auch den Kindern und der Frau. Das müssen wir dem Terrorismus entgegensetzen. Das ist unser Ziel. Und wenn ich so sehr auf die weltweite Geschwisterlichkeit poche, dann deshalb, weil ich diesen Wunsch habe: etwas Gültiges für unsere Welt heute zu tun. Bescheid wissen, klar haben, was dran ist und wenigstens alles tun, was wir können.

 

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Bleib doch bei uns,

denn es wird bald Abend.

(Lukas 24,29)

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