Montag 27. März 2017

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Bike together - WeltJugendTag Madrid 2011

17 junge Österreicher und Österreicherinnen mit dem Rad zum WeltJugendTag 2011 von Barcelona nach Madrid. Über 900km Schwitzen, Gaudi, Mühe, Freude, erhöhte Anforderungen, Gemeinschaft, Abenteuer...

 

 

Dienstag, 9. August

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Barcelona 10 Uhr Flughafen.

Alle sind gespannt, fröhlich, mit vereinten Kräften packen wir die Fahrräder aus, setzen sie wieder zusammen, pumpen die Reifen auf. Nach langer Wartezeit geht's endlich los.

Wir haben heute nur 30 km vor uns...

 

 

 

 

 

 

 

Mittwoch, 10. August

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Wir kommen nur langsam voran. Der Nachmittag wird heftig, nach einigen Kilometern verlassen wir die Küste und fahren Richtung Vandellos und dann Tivissa - unser nächstes Quartier, wir überwinden 500 Höhenmeter, anfangs geht's noch, aber dann will die Steigung kein Ende nehmen.

Tivissa ist ein wildromantischer Ort hoch oben am Berg, uralte Häuser ganz enge Gässchen. Um 22 Uhr gibt's ein dreigängiges Abendessen, von der Pfarre liebevoll hergerichtet. 3 Frauen und 10 Mädchen sind da, um uns zu empfangen. Und es gibt Betten! Duschen! Fantastisch!

 

Donnerstag 11. August

unknownWir sind sehr diszipliniert, machen kurze Pausen, und sind diesmal wirklich um 13 Uhr am vereinbarten Mittagsort. Wir stürzen uns aufs Essen und wenige Minuten danach liegen wir alle auf Bänken, Matten überall… es ist ganz still, nur das Zirpen der Grillen in der flimmernden Hitze ist zu hören.

 

 

 

 

 

 

 

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Wir kommen zur Küste und haben noch 30 km vor uns, wir müssen hinauf auf die Bundesstraße, sonst schaffen wir das nie. Mittlerweile ist es 21 Uhr und die Dunkelheit bricht herein, wir fahren zur Schnellstraße hinauf und dann so schnell wie möglich weiter…

Endlich können wir von der Straße abfahren und kommen um 23 Uhr zum Campingplatz. Der Mond scheint aufs Wasser. Das Meer liegt ganz still, es ist unendlich idyllisch.

 

 

Freitag, 12. August

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In der Gruppe sind alle sehr aufmerksam aufeinander, Sophie erklärt Peter dass er niedertouriger fahren muss, um nicht so an den Kräften zu zehren; Sophie und später Lisa nimmt Barbaras Fahrrad, weil es das schlechteste ist; mit Pauli besprechen wir gemeinsam die Route.

 

Wir kommen gut voran, aber es wird zunehmend heißer, es folgen langgezogene, aufsteigende, nie endenwollende Kurven, man darf nicht zu weit nach vorne schauen, sonst verliert man den Mut.

Atemzug für Atemzug, einfach immer weitertreten, jeder Windhauch bezeugt die Liebe Gottes; jeder Baum, der ab und an Schatten gibt, ein Geschenk; ein Lastwagen, der vorbeifährt und dich in seinem Fahrtwind mitzieht, all das wird zum Genuss.

 

Samstag, 13. August

unknownWir fahren die „via verde", ein gut ausgebauter Rad- und Wanderweg mit Tunnels in die Felsen eingegraben, bergauf, bergab, lustig und interessant. Es ist wunderschön, ein fantastisches Panorama, immer wieder kleine uralte Ortschaften. Es geht stetig bergauf, aber wir spüren es weniger.

Um 19:30 haben wir noch 20 km vor uns. Wir sind auf einem Hochplateau, Wolken ziehen tiefschwarz auf, der Felsen leuchtet immer noch rot, Blitze zucken über den Himmel, es erhebt sich ein heftiger Sturm, der einem das Atmen schwer macht.

 

 

Sonntag, 14. August

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Wir fahren heute nur 65km auf einer sehr schöne Strecken über die via verde, die Gegend ist wildromantisch; es gibt ständig etwas Neues zu sehen; einige Male finden sich kurze Strecken für die Mountainbiker, fast jedes Mal mit Patschen, die Dornen in Spanien sind wie Nägel.

 

 

Abends bringt der Pfarrer, bei dem wir schlafen werden, eine Käse- und Schinkenplatte aus der Bar mit. Er kann uns nicht mehr anbieten als den kleinen Saal und einen zweiten neben der Kirchglocke, aber mit ihm kommt ein Mann, der bei allen WJTs war, mit seiner Frau und seiner Schwester, bringt Obst und Süßigkeiten.

 

Montag, 15. August

unknownHeute haben wir nur 80-100km vor uns. Wir sind effizienter geworden, jeder Handgriff sitzt, alle haben ihre Sachen parat, wir fahren durch eine fantastische Landschaft, Schafherden, viele Steigungen, aber sie schrecken uns nicht mehr so, immer wieder kommt jemand ans Limit, aber auch das ist schon fast Routine.

Abends nähern wir uns einer Schlucht, es wird immer kälter, geht bergab in sausender Fahrt. Die Schlucht wird enger, nur ein Bach und die schmale Straße, am Ende verbirgt sich La Virgen de la Hoz, unser Schlafquartier.

 

Dienstag, 16. August

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Wir haben heute nur 35 km, jedoch etwa 800 Höhenmeter zu bewältigen, eine echte Herausforderung. Wir schaffen es bis Mittag zum Kloster Buenafuente del Sistal und genießen den Nachmittag, erst Siesta an der nahe gelegenen Quelle, um die Ruhe des Klosters nicht zu stören und essen abends auf den Stiegen im Hof des uralten Gebäudes. ...hier könnte man länger verweilen!

 

Mittwoch, 17. August

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Wir fahren sehr zügig mit kurzen Pausen bis Mittag durch und sind schon um 12 Uhr am Mittagsplatz. Eine lange Siesta, dann Beine baden im Bach, …

Nachmittags wird’s allerdings anstrengender als gedacht, es geht nur bergauf, in der immer noch glühenden Sonne, die Steigungen wollen nicht enden.

 

Donnerstag, 18. August

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Um 8:30 verlassen wir etwas wehmütig das gastfreundliche Haus.

Mittags landen wir in einem netten Park und beschließen nach einer langen Siesta unser gemeinsamen Abenteuers mit Austausch der Eindrücke:

- die Schönheit der Gemeinschaft: „dass ich immer gewusst habe da ist jemand vor mir und da ist jemand hinter mir, ich bin nie alleine"

- „dass wir miteinander und füreinander da waren"

- Die Freiheit: „es wird so vieles unwichtig"

- „du merkst, worauf es wirklich ankommt, das sind ganz wenige Dinge, das macht echt frei",

- „man freut sich über alles, kann jede Kleinigkeit so genießen"

- Im Jetzt leben: „nur den Meter sehen, den ich jetzt fahre, nicht voraus schauen, dann komme ich ans Ziel."

- „jeder Tag hat seine eigene Plage, es lohnt sich nicht weiter zu denken oder zu sorgen"

 

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Lasst euch mit Gott versöhnen.

(2 Kor 5,20)

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