Sonntag 26. März 2017

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Jänner 2016

Die Kraft, auch im Schmerz zu lachen.

Die Geschichte von Gianni hat etwas Unglaubliches an sich. Wenn man sie hört, kann man gar nicht anders, als „die Werke des Herrn zu loben“, der auf unbegreifliche Weise in unser Leben eingreift.


„In die Eichenvilla kam man nicht, um gesund zu werden, sondern um zu sterben. Niemand hat mir das gesagt, denn ich war ein glücklicher Teenager, der mit Begeisterung Fahrrad fuhr. Die Villa lag auch ganz versteckt. Manchmal hatte man den Eindruck, dass die Leute dort auf den Bäumen spazieren gingen, doch das sah nur so aus, weil im siebten Stocke eine große Terrasse war, auf der die Kranken hin und her gingen. Einmal bin ich aus purer Neugierde hinein gegangen. Fünf alte Herren stürzten auf mich zu und schrieen auf mich ein. Auf dem Gang war auch ein gelähmter junger Mann und ich gab vor, ihn besuchen zu wollen, da ließen sie mich durch. Unter den Kranken waren auch Geistesgestörte, die aber einen großen Respekt vor diesem Gianni hatten.

Der junge Mann freute sich, dass ich ihn besuchen wollte und erzählte mir sofort von seiner Krankheit, die er mit 24 Jahren bekam. Die Krankheit zerstörte seine Karriere als Marineoffizier und als Filmregisseur. Natürlich wollte auch kein Mädchen mehr etwas von ihm wissen und das Geld war auch dahin. Jetzt gab es nur Einsamkeit und den sicheren Tod. Er bat mich, ihm Gift zu besorgen, damit er sich das Leben nehmen konnte. Eine Woche später besuchte ich ihn wieder. Inzwischen konnte er nicht mehr sprechen. Ich konnte nur etwas von seinen Lippen ablesen. Man sagte mir, er habe versucht mit dem Rollstuhl das siebte Stockwerk zu erreichen, um sich aus dem Fenster zu stürzen, doch dann gab es einen Tumult auf der Treppe, und er ließ es bleiben. Jetzt konnte er das Bett schon nicht mehr verlassen.

Ich setzte seiner Verzweiflung einfach entgegen, dass auch wenn die Menschen ihn verlassen hatten, Gott selbst zu ihm hielt und ihn ganz persönlich liebte! Und wie durch ein Wunder erreichten ihn diese Worte, ich sah seine Augen aufstrahlen, so wie das Meer die Sonne widerspiegelt. Er lachte sogar, ein klangvolles, herzliches Lachen. Wir setzten unser Gespräch fort und er antwortete dadurch, dass er die Wimpern bewegte. Ich stellte Fragen oder machte Vorschläge, und er antwortete auf diese Weise oder durch ein wunderbares Lächeln.

Ich brachte die seltsamsten Leute zu ihm: ein störrisches Mädchen, und er machte eine perfekte Krankenschwester aus ihr, nur durch sein Lachen. Das Motiv ihrer Rebellion war die Tatsache, dass sie sich hässlich fand und ihren Körper nicht akzeptieren konnte. In diesem „Gespräch“ mit Gianni fasste sie den Entschluss, ihr Leben zu ändern. Atheisten kamen zu ihm und Missionare, alle beschenkte er mit seinem Lachen. Und sein Leben ging nicht, wie erwartet, in wenigen Monaten zu Ende, er lebte weiter und teilte sich ohne Worte mit. Nach einer Operation wollten die Ärzte die Wunde gar nicht mehr nähen, denn er war sowieso schon so gut wie tot, da merkten sie, dass er wieder anfing zu atmen und zu lachen. Ich habe auch ein schönes Foto von ihm mit Papst Paul VI., der ihn um sein Gebet bat. Jetzt sind beide zusammen und geben auch uns die Kraft, im Schmerz zu lächeln.“

(Don Marco S., Italien)

Sich annehmen - trotz allem

unknownMeinungsverschiedenheiten, Enttäuschungen, begangene Fehler, Notwendigkeit zu vergeben: das alles sind Gelegenheiten, bei denen der Anspruch des gegenseitigen Annehmens erfahrbar wird.

Einige Streiflichter erinnern an das Wort des Lebens von Februar:

„Nehmt einander an.“


 

--->SICH_ANNEHMEN

--->EVANGELIUM_UND_LEBEN

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Lasst euch mit Gott versöhnen.

(2 Kor 5,20)

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